Wer bei Schwarztee nur an englisches Frühstück, Milch und fünf Uhr nachmittags denkt, verpasst einiges.
Und wer behauptet, Schwarztee schmecke grundsätzlich bitter, hat möglicherweise einfach zu lange auf die Uhr geschaut.
Schwarztee hat eine unglaubliche Bandbreite. Vom frischen First Flush aus Darjeeling bis zum tiefdunklen, malzigen Assam. Dazwischen liegen ganze Teewelten.
Und ja, Milch darf rein. Muss aber nicht.
Schwarztee stammt von derselben Teepflanze wie Grüntee, Weißtee und Oolong: Camellia sinensis.
Was ihn unterscheidet, passiert nach der Ernte. Die Blätter werden gewelkt, gerollt und dürfen weitgehend oxidieren. Dabei verändert sich ihre Farbe, und es entstehen die typischen Schwarztee-Aromen.
Klingt technisch. Schmeckt aber sehr unterschiedlich.
Denn auch die Herkunft, das Klima, die Erntezeit und die Verarbeitung entscheiden darüber, was später in deiner Tasse landet.
In Assam, im Nordosten Indiens, wächst Schwarztee, der ordentlich Kraft mitbringt. Vollmundig, oft malzig und genau richtig für alle, die morgens eine kräftige Tasse brauchen.
Milch dazu? Unbedingt, wenn du magst.
Und falls du bisher überzeugter Kaffeetrinker bist: Assam wäre mein erster Kandidat, um dich auf die Teeseite zu holen.
Am Fuße des Himalaya entstehen Schwarztees, bei denen die Erntezeit einen enormen Unterschied macht.
Ein First Flush aus der ersten Frühjahrspflückung zeigt oft frische, florale Noten und eine helle Tasse. Ein Second Flush schmeckt meist voller und reifer, manchmal mit dem typischen Muskatell-Charakter und einer ausgeprägteren Gerbstoffstruktur. Für die Weinkenner unter uns: Tannine lassen grüßen.
Deshalb steht bei uns auf den Darjeeling-Tüten nicht nur der Name der Region. Wir schauen genau hin, aus welchem Teegarten der Tee kommt und wann er geerntet wurde.
In China findest du Schwarztees, die mit dem klassischen Frühstückstee wenig gemeinsam haben.
Manche schmecken weich und süßlich, andere bringen Kakao- oder Röstnoten mit.
Und dann gibt es noch Lapsang Souchong. Ein ziemlich abgefahrener Schwarztee, bei dem Rauch ausdrücklich erwünscht ist. Schon beim ersten Schnuppern denkst du eher an eine bayerische Brotzeit mit Geräuchertem als an eine klassische Teestunde. Muss man mögen. Aber probiert haben sollte man ihn unbedingt.
Wer Schwarztee bisher nur kräftig und herb kennt, sollte sich hier einmal durchprobieren.
Sri Lanka, früher Ceylon, ist für aromatische Schwarztees bekannt. Im südindischen Nilgiri-Gebirge entstehen wiederum ganz andere Qualitäten.
Auch kleinere oder weniger bekannte Anbaugebiete haben ihren Platz in unserem Sortiment. Entscheidend ist nicht, wie berühmt die Region ist, sondern ob uns der Tee bei der Verkostung überzeugt.
Nicht jeder gute Schwarztee muss aus einem einzigen Teegarten stammen.
Bei einem Blend werden verschiedene Tees bewusst gemischt. So entstehen beispielsweise English Breakfast, Irish Breakfast und kräftige ostfriesische Mischungen.
Gerade bei solchen Klassikern geht es um einen verlässlichen Geschmack. Und darum, dass die Mischung auch mit Milch noch nach richtig gutem Tee schmeckt.
Du möchtest abends noch Schwarztee trinken? Dafür haben wir auch entkoffeinierte Sorten im Sortiment.
Ein Großteil des Koffeins wird dabei entfernt. Der Schwarztee-Charakter bleibt erhalten, auch wenn sich das Geschmacksprofil durch die Entkoffeinierung etwas verändern kann.
Schwarztee wird in der Regel mit kochendem Wasser aufgegossen. Bei vielen Sorten sind ungefähr drei Minuten ein guter Ausgangspunkt.
Lässt du die Blätter deutlich länger ziehen, können mehr Gerbstoffe in die Tasse gelangen. Der Tee schmeckt dann herber, manchmal unangenehm bitter.
Bevor du also einen Schwarztee aussortierst, probier ihn noch einmal mit der empfohlenen Ziehzeit.
Die genaue Zubereitung findest du bei jedem unserer Tees.
Schwarztee funktioniert auch auf Eis. Gerade Ceylon und manche chinesischen Schwarztees sind dafür einen Versuch wert.
Wir bereiten Eistee gern mit der halben Wassermenge heiß zu und gießen ihn nach der Ziehzeit direkt über reichlich Eis. So wird er schnell kalt, ohne wässrig zu schmecken.
Wir haben nicht jeden Schwarztee im Sortiment, den wir angeboten bekommen. Dafür probieren wir zu viel.
Teegärten, Ernten und Mischungen unterscheiden sich oft deutlich. Deshalb bestellen wir Muster, vergleichen und verkosten.
Und manchmal gewinnt bei uns ein Tee aus einem weniger bekannten Garten gegen einen mit großem Namen.
Denn am Ende zählt nicht, wie beeindruckend die Beschreibung auf dem Papier klingt.
Am Ende zählt, was in der Tasse ist.
Kein Tee steht zufällig bei uns.